Mayumi Sakurai

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Art/Rasse :
Mensch

Alter :
16

Geschlecht :
weiblich

http://togameru-kage.forumieren.com/t1070-mayumi-sakurai#16786
Sa 22 Aug - 14:45


- Mayumi Sakurai -



♣ ALLGEMEINES ♣

Vorname: Mayumi
Nachname:Sakurai
Spitzname:Mayu
Geschlecht:weiblich
Alter: 16 Jahre
Geburtstag: 8. März
Sexualität: hetero
Beziehungsstatus: Single
Art: Mensch
Klasse: C
Herkunft: Sendai, lebte aber die letzten Jahre in Tokyo


♣ CHARAKTER ♣

Mayumi hat ein schweres Trauma erlitten, welches sie noch immer verfolgt. Nachts hat sie oft Alpträume und schläft deshalb oft nicht durch. Sie versucht sich selbst wieder zu finden, aber der Umzug ins Internat hat ihre Fortschritte deutlich zurückgeschlagen. Sie fühlt sich allein gelassen und verloren. Andere wird sie zunächst abweisend behandeln, obwohl sie das gar nicht will. Sie fühlt sich schnell bedrängt und überfordert von anderen. Mayumi neigt auch zu Gewalt, wenn sie sich in die Ecke gedrängt fühlt, zu sehr gereizt wird oder keinen anderen Ausweg sieht.  Sie hat den Willen ihre Situation zu verbessern, aber es fällt ihr sehr schwer anderen zu vertrauen. Sie hat Angst wieder verlassen zu werden oder alles zu verlieren. Sie weiß, spätestens, wenn sie das Internat verlässt, sieht sie ihre Freunde von hier vielleicht nie wieder. Daher hat sie große Angst davor Freudnschaften zuschließen, obwohl sie sich gleichzeitig nach Freunden sehnt.

Nicht nur damit steht sie im Konflik mit sich selbst. Sie ist sich nicht sicher, ob sie in dem Inernat gut aufgehoben ist, ob sie es hassen oder als Chance sehen soll. Nachdem was sie getan hat, wäre sie in einer Anstalt vielleicht besser aufgehoben. Andererseits erleichtete es sie auch, denn es hieß, daß sie noch nicht so verrückt war, daß man sie einweisen musste. Sie ist mit sich selbst im unreinen und weiß nicht wo sie steht.

Wenn sie es aber geschafft hat erst einmal jemandem zu vertrauen, wird man sie so schnell nicht los. Sie ist eine gute Freundin, die das Glück der anderen gerne über ihr eigenes stellt. Allerdings lässt sie sich auch schnell zu Sachen hinreißen, die aus ihrer Sicht falsch sind, vor allem, da sie sich im Moment sehr unsicher darüber ist, was richtig oder falsch ist.

Allerdings hat sie einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn gepaart mit einem gewissen Beschützerinstinkt. Wenn jemand schwaches, von jemand deutlich stärkerem geärgert wird, greift sie ein, ohne darüber nachzudenken.



Hobbys: Seit der Katastrophe ist sie ihren Hobbies nicht mehr wirklich nachgekommen. Allerdings hat sie früher sehr gerne Tennis gespielt. Auch könnte sie ihre noch verborgene Leidenschaft fürs Fotografieren entdecken. Im Fernsehen schaut sie am liebsten Horrorfilme. Auch Computerspiele spielt sie inzwischen. Der Arzt hat diese für zu Hause ihrem Bruder empfohlen, um die Handaugenkoordination zu fördern. Hauptsächlich Geschicklichkeitsspiele, aber wenn Shinji nicht dabei ist, spielt sie auch hier gerne mal das ein oder andere Horrorspiel.  Wie die meisten Mädchen geht sie auch gerne Shoppen. Seit ihrer Freundschaft mit Shiroko ist sie dem auch wieder öfter nachgegangen.

Ängste: - Angst vor Wasser (Auqaphobie), große Wasserlachen oder gar ein Pool bereiten ihr Schweißausbrüche, zittern und große Angst, vor Angst gelähmt, kann sie natürlich auch nicht schwimmen, auch das Baden in der Badewanne ist für sie unmöglich, bei Regen geht sie höchst ungern raus, von oben bis unten nass zu sein, kann sie förmlich in Panik ausbrechen lassen, sie kann dann schnell das Gefühl bekommen zu ertrinken, kann nicht mehr atmen oder zieht sich verstört irgendwohin zurück, sie versucht sich zusammen zu reißen, fällt ihr aber sehr schwer. Duschen ist gerade noch so drin, hat aber auch lange gebraucht, bis sie das wieder konnte (Sie wurde durch ein ärztliches Atest ihres Psychologen vom Schwimmunterricht befreit)
- Verlustängste
- Angst die Kontrolle über sich wieder zu verlieren und jemanden zu verletzen

Sprachen: Japanisch – Muttersprache / Englisch - gebrochenes Schulenglisch
Lieblingsessen: japanisches Curry und Yakisoba (gebratene Nudeln)  
Hassessen: gegrillter Tofu
Gesundheit: Mayumi hat eine Narbe am Arm, die bei starkem Druck etwas schmerzt, erfreut sich aber ansonsten bester Gesundheit.






♣ ÄUßERES ♣

Mayumis Haare reichen etwa bis zu ihrem Kinn und sind in ein dunkles blau gefärbt. Auf der linken Seite hat sie eine hellblaue Strähne, die ihr ins Gesicht fällt. Diese hat für sie eine größere Bedeutung. Ihre Augen sind dunkelgrün mit einem leichten blaustich. Sie ist von schlanker Statur und typisch für Japaner recht klein.

Kleidungsstil: Meistens trägt Mayumi ihre alte Schuluniform, da sie eine Erinnerung an ihr zu Hause Sendai ist. Was sie niemandem sagt ist allerdings, daß sie diese hat nachmachen lassen, da ihre echte Schuluniform total kaputt und blutverschmiert ist und auch nicht mehr richtig sauber wird. Außerdem dürfte Mayumi da inzwischen rausgewachsen sein. Allerdings hat sie dieses original auch dabei, dieses liegt aber nur im Schrank und wird nicht angezogen.

Größe: 1,58m
Augenfarbe: dunkelgrün ...
Haare: Kinnlang, dunkelblau mit einer hellblauen Strähne
Merkmale: Sie hat eine sehr große Narbe, die sich quer über ihren Bauch zieht, weshalb sie niemals Bauchfrei herumläuft. Außerdem hat sie noch eine Narbe am linken Arm, die unter dem Ärmel ihrer Schuliniform hervorschaut.


♣ VERGANGENHEIT ♣


Früher war mein Leben anders... ich war anders... die Welt war anders. Jeder der sein ganz normales Leben für selbstverständlich hält, der irrt und verschwendet vermutlich seine Zeit mit völlig belanglosen Dingen. Sie schlafen gern lange und faulenzen, wenn sie mal nichts zu tun haben. "Ist auch mal schön"... mag sein, aber verschwendete Zeit. Sie stehen eine halbe Stunde an der Bushaltestelle, um eine Strecke zu überwinden, die sie auch zu Fuß hätten gehen können, während sie sich die Welt um sich herum hätten anschauen können. Denn auch die ist nicht selbstverständlich. Von heut auf morgen kann alles anders sein.  

Ich weiß nicht mehr viel von dem, was an diesem Tag geschehen war, an dem Tag, an dem meine Welt in den schlammigen Fluten unterging und das ist wörtlich zu nehmen. Ich erinnere mich noch, daß ich in einem Gebäude war. Lag es auf der Seite? Oder war es ein Dachfenster, durch das mein Vater mir gerade helfen wollte. Meine Mutter schob mich von unten. Warum? Warum habt ihr mich zuerst rausgehievt? Papa nahm meine Hand und wollte mich gerade nach oben ziehen. Wenn ich die Erinnerung so vor m ir sehe, war ich wohl verletzt, denn da war Blut an meiner Hand. Es tat weh, als er sie ergriff. Erst zog er mich, aber plötzlich schaute er in eine andere Richtung. Sein Blick zeigte Angst... wahnsinnige Angst und in einem Bruchteil von Sekunden war ihm seine Familie wohl plötzlich ziemlich egal, denn er ließ meine Hand los, sodaß ich zurück in den Raum stürzte.

Kurz darauf drängte Wasser mit einer unglaublichen Gewalt in den Raum, daß einige der mir unbekannten Menschen das Bewusstsein verloren. Es waren nur wenige Minuten in denen sich das Wasser sammelte und alle zu ertränken drohte. Aus dem Fenster war kein rauskommen, da der Druck des Wassers einfach zu stark war. Und Papa... ließ uns im Stich um  seine eigene feige Haut zu retten. Mama gebot mir und Shinji und an die Wand zu drücken und zu warten bis der Raum vollgelaufen sein würde. Vielleicht kämen wir dann hinaus.  Wir versuchen das und es schien zu funktionieren, wobei die Zeit zu Entkommen knapp bemessen war, denn jeder musste die Luft anhalten.  Zuerst half ich Shinji hinaus. Ich musste einen Mann zur Seite stoßen, der uns abhalten wollte, um selbst heraus zu kommen. In diesem Moment habe ich nicht darüber nachgedacht, daß er vielleicht meinetwegen sterben würde. Doch der Mann zerrte immer weiter an mir. Es fiel mir schwer weiter die Luft anzuhalten.  Mama beschäftigte ihn.

Als Shinji endlich draußen war, kroch ich hinterher. Der Wasserspiegel war nur knapp über dem eingestürzten Haus, sodaß wir draußen wieder Luft bekamen. Durch die Wasseroberfläche konnte ich nur schwer hinein sehen. Ich hielt wieder die Luft an, steckte meinen Kopf unter Wasser und sah Mama mit dem Mann kämpfen. Schließlich stieß sie ihn ein weiteres mal zur Seite und kam mir entgegen. Ich streckte ihr meine Hand entgegen und zog sie nach oben. Sie schien nicht mehr viel Kraft zu haben, also musste ich diese liefern. Ich zog an ihr. Sie war schon halb draußen, mit dem Gesicht an der frischen Luft. Doch plötzlich sah ich eine weitere, riesige Welle auf uns zukommen. Doch ich würde nicht weglaufen. Ich musste Mama retten. Wenn ich doch nur nicht so ein schwacher Mensch gewesen wäre, der nicht in der Lage ist einer solchen Naturgewalt zu trotzen. Die Welle traf uns...

Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf dem Dach eines Hauses. Ich hustete... es schmerzte fürchterlich... "Sie atmet wieder...", h örte ich einen über mich gebeugten Mann sagen. Ich war völlig verwirrt, alles war verschwommen. "Mama... Shinji...", brachte ich hervor. "Falls Du den Kleinen hier meinst...", meinte der Mann und gab den Blick auf meinen Bruder frei. Eine Frau versuchte noch immer ihn zu beatmen. Ich wollte helfen, aber schon der Versuch mich zu rühren bereitete mir unsägliche Schmerzen, die mich sofort wieder zu Boden drückten. Ich beobachtete die Frau. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, in der sie ihr bestes versuchte um ihn zu retten, er aber einfach nicht reagierte. Weinte ich? Mein Gesicht war so nass, daß ich die Tränen nicht spürte. Ich war so schwach. Es war schwer die Augen offen zu halten. Aber ich durfte Shinji jetzt nicht allein lasen. Meine Hand wanderte hinüber zu seiner und ergriff sie... "Shinji... nicht aufgeben...", sagte ich, bevor ich erneut einen Hustenanfall bekam und wohl erneut das Bewusstsein verlor.

Das nächste was ich weiß, war daß ich in so einer Notunterkunft war. Da waren noch viele andere Menschen. Mein Körper schmerzte immer noch, aber es war nicht mehr so unerträglich kalt. Eine weiße Decke wärmte mich und mein Kopf lag auf einem weichen Kissen. Es war wohl eine provisorisch eingerichtete Krankenstation. Da waren Spinde an die Seite geschoben und Bänke. War das mal ein Umkleideraum, vielleicht für eine Turnhalle? Ich hustete, woraufhin sich mir eine Frau zuwandte. "Schön, daß Du wach bist. Wie fühlst Du Dich?", fragte sie. Wie ich mich fühlte war mir so egal. "Wo ist... mein Bruder.", fragte ich stattdessen. "Ich weiß es nicht, aber wenn Du mir sagst, wie Du heißt, kann ich ihn bestimmt finden.", sagte die Frau. "Shinji Sakurai... mein Bruder...", ich war verwirrt und antwortete mit seinem Namen, anstatt mit meinem. "Und wie heißt Du?" Alles war so verschwommen.

Als ich das nächste mal aufwachte, hörte ich sofort ein lautes "Mayumi!!" Als ich den Kopf zur Seite drehte, sah ich Shinji neben mir sitzen. Ich war so glückl ich ihn zu sehen, das war besser als jedes Schmerzmittel. Er lebte! Und er war hier! Er saß auf einem Stuhl und blickte mir entgegen. Er hatte so ein komisches Zucken in den Augenlidern.  Das war komisch. Aber im Moment freute ich mich einfach nur, daß er da war. Mir kamen wirklich die Tränen, könnt Ihr das glauben? Ich wollte ihn umarmen, aber meine Schmerzen hielten mich zurück, obwohl ich mich allgemeinhin schon besser fühlte.

Mit den Tagen hin ging es mir körperlich besser, allerdings gab es Dinge die mir zu schaffen machten. Wo ist Mama? Wie lange müssen wir in diesen Unterkünften bleiben? Es gingen Gerüchte über eine nukleare Katastrophe um, aber niemand sagte uns etwas. Und was war mit Shinji los. Wenn er an mein Bett kam, lief er so komisch, manchmal zuckte er und er sprach oft sehr langsam, so als fiele es ihm fürchterlich schwer. Als er einmal nicht im  Zimmer war, fragte ich die Ärztin, die sich auch immer seltener Blicken lies. Sie offenbarte mir, daß die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn eine lange Zeit unterbrochen gewesen sein muss und vermutlich sein Nervensystem geschädigt wurde. Vermutlich? Ich konnte es nicht fassen. Wie konnte sie bei so etwas mit Vermutungen um sich werfen. Allerdings machte sie mir klar, da sie ihm gerne besser helfen würde, hier aber nicht die Möglichkeiten für eine umfassende Diagnostik hätte. Sie meinte geistig schien er fitt zu sein, aber er sei wohl jetzt ein bisschen langsamer mit allem... Als er das Zimmer wieder betrat, fing ich an zu weinen. Ich habe versucht es zu unterdrücken, aber ich konnte nicht.

Mehrere Wochen, in denen uns das Ausmaß der Katastrophe gar nicht b ewusst war, mussten wir in der Notunterkunft verbringen. Eines Tages kam die Nachricht, daß jemand nach uns suchte. "Mama?", fragte ich sofort, doch stattdessen kam Papa zur Tür herein. Ich musste nicht in den Spiegel schauen, um zu merken, wie sich mein Blick verfinsterte. Ich war wütend auf ihn. Er hatte uns im Stich gelassen. Er ließ meine Hand los um seinen Feigen hinter zu retten. Wütend wendete ich meinen Blick ab und sprach kein Wort zu ihm. Trotzdem kam er her, setzte sich neben mich aufs Bett und versuchte sich zu entschuldigen. Glaubte er wirklich, daß das was änderte? Er hätte uns helfen müssen, vielleicht wäre Shinji das dann nicht passiert. Vielleicht wär Mama dann auch hier. Dann erklärte er mir, daß er uns abholen wollte, weg aus der Notunterkunft. Wochen lang hatte ich darauf gewartet hier weg zu dürfen, aber mit IHM wollte ich nicht weg. Auf einmal wollte ich viel lieber hier bleiben. Dann besaß er noch die Frechheit mich umarmen zu wollen, obwohl mir doch wohl deutlich anzusehen war, daß ich stinksauer war. Ich war froh inzwischen wieder aufstehen zu können, sodaß ich mich seiner Umarmung entziehen konnte. "Weißt Du schon was mit Shinji ist?", fragte ich ihn in vorwurfsvollem Ton.  Er meinte er habe wohl eine schlimme Verletzung erlitten, weshalb es umso wichtiger war ihn endlich in ein anständiges Krankenhaus zu bringen. Das war wohl der einzige Punkt in dem ich mir mit ihm einig war.  Und so verließen wir die Notunterkunft.

Mit einem Hubschrauber wurden wir ausgeflogen. Ich wusste nicht, ob er Teil der Rettungsaktionen war, aber wahrscheinlich war es eher einer von Papas Firma.  Schließlich waren die Rettungskräfte noch immer restlos ausgelastet. "Weißt Du was mit Mama ist?", war meine erste Frage, während des Fluges. Neben meiner Wut, über Papas Feigheit überwältigte mich was ich sah. Trümmer überall... verwüstete... vernichtete Städte... UNSERE Stadt... es war so furchtbar. Ob von unserem Haus überhaupt noch etwas übrig war? Unsere Schule konnte ich sehen... zumindest einen Teil davon... Eine Antwort bekam ich von Papa nicht. "Hast Du überhaupt nach ihr gesucht?", fragte ich noch. Dann meinte er ich solle nicht so mit ihm reden. Den Rest des Fluges über herrschte Stille. Der Flug ging nach Tokyo.

Weitere Wochen vergingen. Shinji war in dieser Zeit viel im Krankenhaus, doch es schien nicht so, als wäre sein Leiden heilbar. Ich ging inzwischen auf eine Tokyoter Schule. Ich bat ihn um mehr Zeit, weil es mir noch lange nicht wieder gut ging. "Der Arzt hat gesagt..." ging es dann immer los. Mir ging es nicht um meine Verletzungen, sondern um das was in mir vorging. Wir wussten noch immer nicht, was mit Mama war. Der Wiedereinstieg ins Schulleben fiel mir schwer. In den Nachrichten war zwar noch hin und wieder die Rede von dem Unglück aber langsam oder sicher verschwand sie aus den Medien und den Geistern. Ich habe alles verloren, doch als ich vor diesem Schulgebäude standen, wirkte alles so... normal. Freunde die freudig miteinander sprachen. Ein paar Ältere, die Jüngere ärgerten. Der Direktor der alle freundlich begrüßte. Dieses Bild machte mich echt fertig. Ich kam mir wie eine Verräterin vor, weil ich meine alte Schuluniform nicht mehr trug, sondern die der neuen Schule. Aber Vorschrift war eben Vorschrift.  Es war als würde man die Vergangenheit, alles was war und was jetzt in Trümmern lag, einfach ignorieren, wegwischen, wie die Schrift von der Tafel. Ein paar Rückstände bleiben zurück, aber da wird einfach drüber geschrieben.  Beim 2. oder 3. wischen wird es dann gänzlich verschwunden sein... funktionierte das Leben wirklich so? War es so einfach? Ich wusste es nicht, aber ich wollte ehrlich gesagt auch nicht, daß es so einfach war. Ich konnte und wollte nicht vergessen.

In der Klasse wollte die Lehrerin, daß ich mich den anderen kurz vorstellte. Aber ich stand nur da und schwieg. Normalerweise war ich ein sehr kontaktfreudiger Mensch... aber auf einmal machten mir die vielen fremden Gesichter Angst. Kein Wort brachte ich heraus. Daß sie mich so erwartungsvoll anschauten, half mir nicht gerade dabei mich zu überwinden. Einer der Jungs sah aus wie Takuya... ein Junge aus meiner alten Klasse. Ich mochte ihn... nein... ich fand ihn toll... hab es ihm nie gesagt... ob er überhaupt noch lebte? Daß mir vor der Klasse die Tränen liefen, bemerkte ich anfangs gar nicht. Ich war nur in Gedanken. Das Mädchen vorne rechts... sah fast aus wie Haruko... eine sehr gute Freundin von mir... Je länger ich die Klasse anschaute, desto mehr vertraute Gesichter glaubte ich zu erkennen... Gesichter die ich nie wieder sehen würde... selbst die blöde Ziege, mit der ich mich immer stritt, fehlte mir auf einmal. Ich konnte nicht mehr, ich brach schließlich völlig in Tränen aus und lief aus dem Zimmer. "Was ist denn mit der?", hörte ich irgendjemanden sagen. Aber sie würden es ja doch nicht verstehen.  Sie hatten ihre Leben ja noch. Die Lehrerin entschuldigte sich kurz bei der Klasse, um mir schließlich auf dem Gang zu folgen. Kauernd und schluchzend fand sie mich vor. Scheinbar hatte mein Vater nicht erwähnt, daß wir die Katastrophe hautnah miterlebt hatten, denn sie fragte völlig verwirrt was los war. Antworten konnte ich nicht, schluchzte nur. Die Lehrerin begleitete mich zum Lehrerzimmer, vor dem ich warten sollte. Ich versuchte mich zusammen zu reißen, aber es war so schwer.

Bald darauf kam mein Vater an. Er sah wütend aus und blickte mich vorwurfsvoll an. "Was hast Du angestellt?", fragte er mich. Angestellt? Was ich angestellt hatte? Mir ging es schlecht und er hat mich ohne Rücksicht zur Schule geschickt, daß hab ich angstellt. Tat mir echt leid. Ihm schien das Ganze ja nicht viel auszumachen. Die Lehrerin fragte ihn, warum ich denn so aufgelöst war. Doch er meinte nur, ich hätte so meine Phasen. Teenager eben... "Meine Phasen!? Sag mal spinnst Du!?", schrie ich ihn an. Die Lehrerin schien geschockt von diesem Ausbruch zu sein, aber Papas Verhalten machte mich so wütend. Natürlich schrie er zurück... seine Wut auf mich... ich konnte es nicht verstehen... und dieser mitleidige Blick der Lehrerin... ich ertrug ihn nicht. Also lief ich erneut davon...

Zwei Tage lang bin ich nicht nach Hause gegangen. Papa hat mir immer wieder Nachrichten geschickt. Ich hab sie gelesen, aber ignoriert. Nur die eine Nachricht, daß Shinji aus dem Krankenhaus nach Hause kam, die konnte ich nicht ignorieren. Ich wollte Shinji nicht alleine lassen, also ging ich schließlich doch nach Hause. Von Papa bekam ich eine Standpauke und Hausarest. Wieso nur war er so ein Arsch geworden? Shinji war der einzige der mich verstand. Seine Probleme waren nicht bessser geworden, wahrscheinlich würden sie das nie wieder. Nichts desto trotz, war er im Gegensatz zu Papa der selbe geblieben. Tatsächlich hat mich mein kleiner Bruder stets mehr getröstet, als ich ihn. Obwohl er einen lebenlangen Schaden davon trug, schien er mit er Situation viel besser klar zu kommen. Er sagte sogar, daß er sich auf die Schule freute. Klar... er hatte die meiste Zeit in Krankenhäusern verbracht. Ihm würde eine Rückkehr in den Alltag wahrscheinlich sogar gut tun. Shinji schaffte es immer wieder, daß ich nicht mehr weinen musste. Wenn er so stark war, musste ich es auch sein. Vielleicht stimmte es ja und die Zeit heilte alle Wunden. Ich hoffte es...

Da Shinji bereit war wieder zur Schule zu gehen, raffte auch ich mich auf. Erneut ging ich in diese Schule, mit meinem kleinen Bruder. Drinnen trennten sich unsere Wege.  Die Lehrerin empfing mich vor dem Klassenzimmer. "Ich weiß nicht was los ist, aber wenn Du möchtest, können wir auch auf die Vorstellung verzichten." Ich schüttelte mit dem Kopf und entschuldigte mich für mein Verhalten ein paar Tage zuvor. Sie sah mich immer noch besorgt an. "Es geht schon... alles in Ordnung.", meinte ich und rang mir ein gezwungenes Lächeln ab. Dann stellte ich mich der Klasse vor. Von meinem Erlebnis erzählte ich nichts. Stattdessen gab ich vor, daß Papa wegen seiner Arbeit nach Tokyo versetzt wurde und ich deshalb neu hier war. Auch bei ihnen entschuldigte ich mich, gab aber keine Erklärung zu meinem Verhalten ab.

Der Junge, der aussah wie Takuya, bot mir den Platz neben sich an. Er schien nett zu sein. Die Blicke, die auch noch auf mir ruhten, als ich durch die Reihen der Schüler auf meinen Platz zu ging, machten es mir unheimlich schwer. Dieser kurze Weg, kam mir wie ein Marathon vor. Als ich endlich saß, drehten sich die Köpfe wieder nach vorne, was mich sehr erleichterte. "Hi", sagte der Junge freundlich zu mir. Ich nickte nur, mit einem falschen Lächeln, während die Lehrerin, Frau Kobayashi mit dem Unterricht begann. Als es das erste mal hieß, daß wir mitschreiben sollten, packte ich meine Stifte aus. Als ich versuchte zu schreiben, merkte ich erst wie sehr ich zitterte. Mein Herz raste... seit ich hier angekommen war.

Plötzlich "scht, hey...", flüsterte es hinter mir. Erschrocken drehte ich mich um. "Einmal nach vorne bitte.", flüsterte mich das Mädchen hinter mir an und reichte mir einen Zettel, immer mit dem Blick auf die Lehrerin. Haruko hatte mir auch immer Zettel durch die Klasse geschickt. Ich nahm den Zettel und wollte ihn weiterreichen... doch stattdessen starrte ich ihn eine Weile an. "Mayumi?", fragte die Lehrerin, als sie meine geistige Abwesenheit bemerkte.  Ich nahm es nicht wahr, war in Gedanken versunken. Auch wie sie auf mich zukam merkte ich nicht, weshalb ich aufschreckte als sie mir mit den Worten "was haben wir denn hier?", den Zettel aus der Hand nahm.  Sie öffnete ihn und las laut vor. "Ja, Tatsumi ist total süß. Aber findest Du die Neue nicht auch irgendwie komisch?...", Am Ende wurde die Lehrerin leiser, bevor sie rief: "Wer hat den geschrieben? Mayumi, wer hat ihn dir gegeben?" Ich war völlig nervös, fühlte mich ertappt. Unmöglich... ich hatte es vermasselt und wollte wegen meiner Unachtsamkeit niemanden in Schwierigkeiten bringen, daher schwieg ich.  "Komm nach der Stunde doch bitte zu mir.", sagte sie auffordernd, warf den Zettel in den Papierkorb und fuhr dann mit dem Unterricht fort.

Nach der Stunde ging ich zu ihr. Sie fragte was mit mir los sei. Ich schwieg.  Frau Kobayashi harkte nach und meinte, nicht böse wegen dem Zettel zu sein, nur besorgt wegen meines Verhaltens. "Fiel mir immer schon schwer, mich an neue Umgebungen zu gewöhnen..." log ich. Ich wollte ihr Mitleid nicht. Ich wollte nicht, daß irgendjemand mit mir über diese Katastrophe sprach. Ich hoffte einfach alles vergessen zu können.  Schließlich entließ sie mich in die Pause. Das Mädchen, welches mir den Zettel zugesteckt hatte, wartete mit einer Freundin vor der Tür. "Danke, daß Du mich nicht verraten hast.", sagte sie freundlich, während die andere zustimmend nickte. "Schon gut...", antwortete ich abweisend, obwohl ich gar nicht abweisend sein wollte. "Wir müssen jetzt ins Musikzimmer. Du weißt bestimmt noch nicht wo das ist oder? Wenn Du willst können wir ja zusammen gehen.", bot sie an, woraufhin ich stumm nickte. "Tut mir leid, daß ich geschrieben hab, Du wärst komisch. Aber... naja... Du bist ein bisschen komisch...". Sie versuchte mich zum sprechen zu bringen. Sie klang nicht vorwurfsvoll oder arrogant, eher neugierig, aber freundlich. Unter normalen Umständen wären wir bestimmt schon fast richtige Freunde gewesen. Aber unter normalen Umständen, hätte ich den Zettel auch einfach weiter gereicht...

Die folgenden Wochen waren nicht einfach für mich. Viele Schüler mochten mich nicht. "Heulsuse" war das einzige Wort, daß sie für mich übrig hatten. Shiroko, das Mädchen, deren Zettel ich weiterreichen sollte, versuchte mich aufzubauen. Ich war froh jemanden gefunden haben, mit dem ich einigermaßen klar kam. Sie bemühte sich wirklich meine Freundin zu sein, aber irgendwie schaffte ich es nicht, ihr entgegen zu kommen. Noch immer war ich wie gelähmt, sprach kaum mit jemandem. Die Lehrerin nahm es hin, konnte sie ja eh nicht viel tun, nur weil ich ein stilles Mädchen war.

Allerdings erlangte ich bald ihre Aufmerksamkeit zurück, als ich sah, wie ein anderer Schüler Shinji wegen seiner Behinderung runter machte. Wenn man mich wegen meines ersten Auftritts vor der Klasse mobbte, war das eine Sache, aber wenn sie sich an meinem Bruder vergriffen, ging das entschieden zu weit. Natürlich mischte ich mich ein und versuchte die fiesen Jungs zu vertreiben. "Ah guck mal, da ist ja Deine Heulsusenschwester!", sagte einer von ihnen. Einen Kopf kleiner als ich, aber eine Klappe wie sonst was. Es machte mich wütend. Und er hörte nicht auf, meinte daß wir ja gut zusammen passen würden. Meine Wut stieg ins unermessliche. Shinji meinte, daß wir einfach gehen und die Idioten stehen lassen sollten. Er hatte wohl recht. Aber mein Körper wollte sich nicht bewegen. Meine Füße blieben wo sie waren, während meine Arme zitterten und der Junge immer weiter sprach. Schließlich rührte sich mein Körper doch, denn meine Faust fand schneller ihren Weg in sein Gesicht, als ich denken konnte. Ich warf m ich förmlich auf ihn. "Du kleiner Scheißkerl!! Du hast ja überhaupt keine Ahnung!!" Immer wieder schlug ich ihn ins Gesicht. "Heulsuse! Ich geb Dir nen Grund zu heulen!!" Ich hörte die Angst des anderen Jungen und Shinjis Flehen, daß ich aufhören sollte. Schließlich packte er mich am Unterarm, als ich diesen erhob, um erneut zuzuschlagen. "Bibitte Mayyumi...", sah er mich mit feuchten Augen an. Es brachte mich zum inne halten. Aber der andere Junge war bereits losgerannt und hatte nun einen Lehrer mitgebracht. Der Junge am Boden blutete und hatte blaue Flecken im Gesicht. Als ich ihn ansah, stand ich erschrocken auf. War ich das etwa? "E... es tut mir leid. Ich wollte das nicht!", entschuldigte ich mich.

Als Folge dessen wurde erneut mein Vater angerufen. Dieser machte mich rund, wie einen Buslenker. Schlluchzend saß ich da und schwieg. Die Schule suspendierte mich für eine Woche vom Unterricht. Ich war geteilter Meinung darüber. Einerseits war ich froh, diesem Alltag mal für ein paar Tage zu entkommen, andererseits... war ich dann zu Hause... bei Papa. Allerdings stellte sich heraus, daß er sowieso nur im Büro war. Ich hatte also Sturmfrei. Es verschaffte mir Zeit über alles nachzudenken. Doch ob das etwas Gutes war? Ich lag auf meinem Bett und starrte die Decke an. Immer wieder zuckte ich zusammen, als ich erneut Bilder der Katastrophe vor mir sah. Wie Papa losließ... wie Mama für uns kämpfte... Ich weinte... wie immer, wenn ich Zeit zum Nachdenken hatte. Dann kamen auch die Bilder von dem verprügelten Jungen. Wie konnte ich nur?

Als die Woche vorbei war, ging es wieder in die Schule. Die Leute blickten mich spottend, verächtlich oder ängstlich an. Warum quälten mich alle so? Im Klassenzimmer trat schweigen ein. Nur Shiroko kam auf mich zu und fragte, wie es mir ging. Ein Schulternzucken war meine Antwort. "Von der Heulsuse zur Schlägerin, was für eine Karriere.", meinte ein anderes Mädchen. Ich konnte sie von Anfang an nicht leiden. Sie hatte die Hetze gegen mich voran getrieben. Wie immer ging ich schweigend an ihr vorbei und setzte mich auf meinen Platz. Die Blicke erdrückten mich, die Worte reizten mich. Ich biss die  Zähne zusammen und kniff die Augen zu, den Kopf gesenkt, sodaß niemand meinem verbissen Gesichtsausdruck sehen konnte. Auch mein Banknachbar, direkt neben mir, starrte mich an. Ich sah es nicht, konnte es aber spüren.

Der Unterricht verschaffte mir etwas Luft, aber die Pausen waren eine Tortur. Die Zicke reichte sich mit anderen Zettel hin und her, um dann leise in sich hinein zu kichern. "Ignorier die doch einfach. Die sind dumm.", flüsterte es hinter mir. Shiroko versuchte stets mich aufzubauen. Sie war so eine nette Person... so war ich auch mal... was ist nur passiert. "Hey guckt mal, die Suse heult wieder.", rief es aus einer Ecke. Liefen mir schon wieder die Tränen. "Sag das lieber nicht zu laut, sonst kriegste vielleicht auch noch eine rein.", rief es von einem Jungen woanders her. Ja... ich war kurz davor jemanden zu schlagen... wirklich. Meine Hände hatte ich fest um den Sitz des Stuhls geklammert, denn ich befürchtete auf den,  der als nächstes den Mund aufmachte loszugehen. Tatsächlich hatte ich mich überhaupt nicht unter Kontrolle. Der nächste der mich ansprach fing sich eine... es war Frau Kobayashi. "Wooohooo! Jetzt auch Lehrer verkloppen!?", feuerte einer der Jungs an. Total geschockt stand ich vor ihr. Sie war wohl gleichermaßen geschockt... und wütend. Schon wieder nahm sie mich mit. Wieder ins Lehrerzimmer? Wieder Papa anrufen? Gerne doch... ich brauchte sowieso mehr Urlaub. Irgendwie juckte mich das nicht so sehr wie noch vor einer Woche.

Doch stattdessen schleifte sie mich ganz woanders hin, nämlich zum Schulpsychologen. Der quatschte mich zu, fragte mich aus und schwieg, als er merkte, daß ich nicht zum reden bereit war. Er beobachtete mich. Es reizte mich, machte mich fertig. Ja, auch ihn hätte ich liebend gerne verprügelt, aber irgendwo hatte die Vernunft doch noch etwas zu sagen. Wenn auf den jetzt auch noch losging, dann hätte ich wirklich Probleme. Also stand ich nur wütend auf und ging. Natürlich gab es in einer Schule nichts was unbemerkt blieb. So war ich nun auch noch ein Psycho. Die Lehrerin ermahnte mich. Ich sollte täglich bei ihm reinschauen, vor der Schule oder danach. Ansonsten würde sie wieder zu Hause anrufen. Sollte sie doch. War mir egal. Das sagte ich ihr auf, worauf ich wieder von meinem Vater zusammengerbüllt und nach Hause geschleift wurde. Suspendiert wurde ich dieses mal nicht. Mir war so egal was Papa von mir dachte. Anfangs machte es mich fertig, wenn er mich anbrüllte. Inzwischen war es zur Gewohnheit geworden und kümmerte mich nicht mehr. Allerdings gab es etwas, was meine Meinung ein wenig änderte.

Als ich Nachts aufs Klo wollte, lief ich unweigerlich an seinem Schlafzimmer vorbei. Er telefonierte mit irgendjemandem... er klang verzweifelt... wegen der Katastrophe, seiner verlorenen Freunde, Mama, Shinjis Behinderung und wegen mir. Auf einmal fühlte ich mich so richtig schlecht. Natürlich litte er auch unter allem und kam wohl genauso wenig klar wie ich. Ich schrie die Leute in der Schule an und er schrie eben mich an. Ich ging weiter, um mich auf der Toilette schließlich auszuweinen. Ja... ich war wirklich eine Heulsuse geworden. Das musste aufhören. Für Shinji, für Papa... wenigstens eine in der Familie musste stark sein. Vielleicht würde dann irgendwann alles wieder normaler werden. Ich erklärte mich sogar bereit zu dem blöden Schulpsychologen zu gehen. Psycho war ich eh schon, also was solls.
Seine Ratschläge halfen mir nicht wirklich, kein Wunder, er wusste ja nicht was los war. Also konnte er mir auch nicht wirklich helfen. Sein Hauptanliegen war wohl, mich zum reden zu bringen. Solange er nichts wusste, war er wie gelähmt in seiner Arbeit. Das sagte er mir auch, aber ich war nicht bereit dazu. Irgendwann vielleicht mal.

Mein Ruf als Schlägerin besserte sich nicht.  Wenn jemand mich ärgerte, fing er sich eine. Wenn jemand Shinji ärgerte, knöpfte ich ihn mir vor. Heimlicher diesmal, wollte Papa ja nicht wieder enttäuschen. Aber ich musste mich auch wehren und vor allem musste ich meinen kleinen Bruder beschützen, der sich ja nicht mehr wehren konnte. Im Laufe der Zeit war ich wie besessen davon ihn zu beschützen. Freunde hatte ich keine. Nur Shiroko... sie hielt irgendwie zu mir. Tatsächlich hat sie es geschafft mich zu überreden, mal außerhalb der Schule etwas zusammen zu unternehmen... shoppen. Das klang so... normal. Ich ging immer gerne shoppen... aber seit der Katastrophe war ich Nachmittags nicht einmal draußen. Nur für die Schule verließ ich das Haus und wenn Papa mich mal Einkaufen schickte. Aber sonst... Ich dachte es wäre vielleicht eine gute Idee. Vielleicht würde es mir helfen. Also willigte ich ein.

Tatsächlich fühlte es sich gut an, mal wieder auf der Straße zu sein, durch die Läden zu touren. Shiroko meinte, ich wäre wie ausgewechselt. Nein, das war ich nicht. Ich war wieder wie... ich. Es machte wirklich Spaß und ein kleiner Funke in mir sagte mir, daß es vielleicht doch irgendwann wieder so sein könnte wie früher. Shiroko war wirklich ein Geschenk... Wie ein Balsam, der langsam meine Wunden zu kurieren versuchte und sich auch nicht abwischen ließ, egal wie sehr ich mich manchmal in die andere Richtung bewegte. Sie war alles was ich hatte, alles was mich noch zum lächeln brachte. Wenn ich mich nur überwinden könnte, ihr das auch zu sagen. Aber wahrscheinlich würde sie das falsch auffassen und für so eine Art Liebeserklärung halten. Dann wär ich wohl auch noch ne Lesbe und sie am Ende auch. Nee... ich beließ es bei dem schönen Nachmittag, den wir zusammen hatten. Doch auch dieser wurde getrübt...

Nach dem Shoppen gingen wir an einem Schaufenster vorbei. Da drin liefen mal wieder ein paar Nachrichten über die Katatsrophe vor fast einem halben Jahr. Als ich die Bilder sah, kam alles wieder hoch. Zehntausende Tote in Sendai... ob meine Mutter unter ihnen war? Ich konnte es nicht halten und weinte schon wieder. Shiroko beobachtete mich dabei. "Mayumi, was ist denn...?", sie blickte mich an, danach den Bildschirm und ihr wurde schlagartig klar, was mich quälen musste. "Um Himmels willen... Mayumi... warst Du etwa..." Stumm schluchzend nickte ich. Es schockierte sie... "Komm wir gehen zu mir, okay?" Im Moment ließ ich mir von ihr alles sagen. Als wir bei ihr waren, in ihrem Zimmer, da sprudelte es förmlich aus mir heraus. Alles was geschehen war, alles was mich quälte. Sie verurteilte mich nicht, spottete nicht, unterbrach mich nicht... hörte einfach nur zu. Sie schwieg. Auch als ich fertig war, fehlten ihr die Worte. "Tut mir leid...", sagte ich dann, als ich ihr trauriges Gesicht sah. "Ich... wollte Dich nicht damit belasten. Ich geh jetzt wohl besser. Vergiss es einfach, okay?", sagte ich zum Schluss und stand von ihrem Bett, auf dem wir beide saßen, auf, um das Zimmer zu verlassen. Doch sie hielt mich zurück, gab mir ein Taschentuch und sagte mir, daß es okay sei. Daß sie mir gerne einen Teil meiner Schmerzen abnehmen würde. Tatsächlich war es, als würde eine Tonnenschwere Last von meinen Schultern fallen. Es jemandem zu sagen... ich hatte solche Angst davor, aber es tat so gut.

Tatsächlich verstanden wir uns nach diesem Tag sogar noch besser. Wenn wir alleine waren, war ich fast wieder so wie früher. Wir konnten jetzt richtige Gespräche führen,wie früher. Sie führte keine Monologe mehr mit mir. Ich schaffte sogar die Idioten zu ignorieren, die mir irgendwelche Dinge an den Kopf warfen. Ich schaffte es auf Shirokos Rat hin sogar dem Schulpsychologen von meinen Problemen zu erzählen. Endlich ging es Berg auf. Nur die die meinen Bruder ärgerten, die bezogen immer noch Dresche. Aber das war okay...

Der Psychologe Dr. Tobe legte mir immer wieder nahe, damit aufzuhören. Daß dieser Wahn Shinji zu beschützen weder für mich noch für Shinji gut wäre, von den Verprügelten ganz zu schweigen. Er riet mir einen Bruch in meinem Leben durchzuführen. Ich sollte mit dem alten Leben abschließen. Erst war ich darüber sehr empört. Ich wollte Sendai nicht vergessen und auch mein altes Leben nicht. Aber das meinte er auch gar nicht. Er meinte, ich sollte eine Veränderung durchführen, die ich selbst wählte. Bisher wurde ich zu jeder Veränderung gezwungen, dem Aufgeben meiner Heimat, wieder in die Schule zu gehen und so weiter. Ich sollte Kontrolle zurück erlangen, indem ich selbst etwas veränderte und damit mit meinem alten Leben abschloss. Sodaß auch mein Unterbewusstsein begreift, daß die Katastrophe vorbei ist und ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat. Das könnte mir auch helfen, micht von der Besessenheit befreien Shinji zu beschützen, weil das mein Versuch sei mich an mein altes Leben zu klammern. Eine selbst gewählte Veränderung? Mh... ich überlegte lange.  Ich fragte Shiroko, aber sie verweigerte mir die Hilfe. "Du sollst selbst wählen, nicht ich."

Ich brauchte mehrere Tage, um mir etwas auszudenken. Doch dann fragte ich Shiroko ob sie mit mir zum Friseur ging.  Sie war so gespannt.  Ich auch. Der Friseuse beschrieb ich genau, wie ich es haben wollte und so fing sie an, meine Haare zu färben und schließlich auf die richtige Länge zu stutzen. Wie es am Ende aussehen sollte, hatte ich Shiroko noch nicht gesagt. Als ich fertig war, war sie sehr überrascht. "Blau?", fragte sie verwundert. Ja ich hatte meine Haare dunkelblau gefärbt. " Ich erklärte ich, daß ich lange überlegt habe, welche Farbe ich nehme. Blau schien mir genau die richtige, die Farbe des Meeres, des Himmels, der Unendlichkeit. Angeblich soll sie auch beruhigend wirken. Das hatte ich zumindest im Internet gelesen. Außerdem mag ich die Farbe einfach. Dann fragte sie nach der kleinen hellblauen Strähne im ansonsten tief dunklen Blau. "Das ist die Welle, die mein Leben zerstört hat. Egal wie sehr ich mein Leben verändere, dieses Ereignis, werde ich wohl ewig mit mir herumtragen." Daraufhin schwieg Shiroko, bis ich sie angrinste und ihr klar machte, sie solle nicht so traurig schauen. Irgendwie hatte Dr. Tobe recht. Mit der neuen Farbe im Haar fühlte ich mich wie neu geboren, wie ein anderer Mensch. Ich läutete einen neuen Abschnitt meines Lebens ein. Nicht alles musste werden wie früher, das ging ja auch nicht. Ich musste nur wieder zu mir selbst finden. Als ich mit der Veränderung nach Hause kam, wollte Papa schon losschimpfen, denn ich hatte nicht vorher gefragt, ob ich das durfte. Ich hatte Angst er würde es verbieten. "Stopp!", sagte ich laut und hob den Zeigefinger, wie ich es früher oft gemacht hatte, wenn meine Eltern unbegründet meckerten, bevor ich überhaupt Gelegenheit zur Erklärung hatte. Papa hielt inne und schaute mich verdutzt an, weil ich das lange nicht gemacht hatte. "Anweisung des Arztes!", sagte ich dann. Ich glaube ich lächelte dabei sogar. Vielleicht war das der Grund, warum er dann doch nicht schimpfte. Seit der Welle, hatte er mich nicht mehr lächeln sehen. Vielleicht tat es ihm ja genauso gut wie mir.  Shinji fand die Farbe richtig toll. Er fragte Papa wirklich, ob er sich auch die Haare färben durfte. "Wenn Du ein bisschen älter bist.",, redete sich Papa raus. Das machte er immer, wenn Shinji etwas wollte, was ich durfte und er nicht. Wobei ich es ja auch nicht gedurft hätte. Ich beschloss Shinji lieber nicht zu sagen, daß ich es heimlich gemacht hatte, sonst würder  er das auch wollen. Auch machte ich Shinji klar, daß ich ihm in der Schule nicht mehr helfen konnte. Er begrüßte das sogar. Er wollte trotz seiner Spastik lernen, selbst zurecht zu kommen und sich zu verteidigen. Wobei ich mir immernoch nicht sicher war, ob er überhaupt noch auf eine normale Schule gehörte. Aber das sagte ich ihm nicht.  Seine geistigen Fähigkeiten hatten zwar nicht gelitten, aber Reaktionen fielen ihm schwerer und er war in allem langsamer. Hätte er nicht einen Freund, von dem er nach dem Unterricht abschrieb, wäre er ziemlich aufgeschmissen, weil er den Text von der Tafel während der Unterrichtssstunde einfach nicht abzuschreiben schaffte. Auch seine Sprache war sehr eingeschränkt, weswegen er auch oft stotterte. Auf andere wirkte er deshalb dumm, obwohl er das nicht war und deshalb ärgerten sie ihn. Alles Idioten. Aber Shinji wollte selbstständiger werden, wollte selber klar kommen. Ich nahm mir vor das zu akzeptieren.

Die Zeiten wurden besser. Es ging mir besser. Vor allem in der Schule trat ich auch wieder selbstbewusster auf. Kaum zu glauben, daß ein Besuch beim Friseur so viel bringen konnte. Es ging gut, locker ein paar Jahre lang. Shinji schien es auch langsam etwas leichter zu haben. Er erzählte mir oft, wie sehr er in seiner Klasse inzwischen akzeptiert wurde. Ob ich blind war? Kann es sein, daß er einfach sein Klassenzimmer nicht mehr verlassen hatte, damit ich nicht sehen konnte, wie sie ihn behandelten? Keine Ahnung... aber nach diesen zwei guten Jahren kam ich an seinem Klassenzimmer vorbei. Er saß da, ganz alleine auf seinem Platz und zwei Jungs kamen an und ärgerten ihn, so wie eh und je. Hatte Shinji mich belogen... um mich zu schützen? Shinji saß traurig und schweigen da, ließ die Schmach einfach über sich ergehen. Vorsichtig ging ich etwas näher an das Zimmer heran, um zu hören was sie sagten. Sie zogen sich nicht nur über ihn her, sondern auch über mich, Papa und... Mama! Du ne Missgeburt, ne Psychopathin als Schwester, da muss die Mutter ja auch ganz schön nen Dachschaden gehabt haben. Ich stand neben der Tür, mir juckten die Fäuste. Die Luft knisterte förmlich... als dann aber der Satz fiel "Ihr seid bestimmt froh, daß sie nicht mehr da ist, wie?" Das war zu viel. Ich verfiel wieder in alte Muster, rannte in der Zimmer und riss das Großmaul nieder. Die Klasse schreckte auf. Ich schlug ihn nicht nur. Ihr schrie ihn an und rüttelte an seinen Schultern, sodaß er merfach mit dem Kopf auf den Boden schlug. "Aufhören!", rief einer der anderen Jungs. Großer Fehler... ich drehte mich schlagartig um, drückte ihn an die Wand und schlug auch nun auf den Kumpel ein. Ich merkte gar nicht, daß der Junge am Boden schon das Bewusstsein verloren hatte. Der anderen schlug ich mehrfach in den Buch und ins Gesicht. Die Klasse stand nur da uns sah entsetzt zu. "Meine Mutter hatte keinen Dachschaden!! Sie ist eine Heldin!! Sie hat ihr Leben geopftert, um Shinji und mich zu retten!! Hast Du das kapiert!?! EINE HELDIN!!" Da hatte ich es das erste mal ausgesprochen, daß meine Mutter vermutlich tot war, woraufhin ich ihn losließ und weinend  zu Boden sank.  Die Heulsuse war wieder da...

Nach wenigen Minuten tauchte eine Lehrerin auf. Shinji hatte sie geholt. Irgendwie fühlte ich mich verraten, daß ausgerechnet er, die Lehrerin verständigt hatte. Aber wahrscheinlich war es richtig. Diese verständigte sofort den Notarzt wegen des Jungen am Boden. Auch der andere saß nun gekrümmt an der Wand und hielt sich unter Schmerzen den Bauch. Ich kniete auf dem Boden, wippte vor und zurück. "Ich wollte ihm doch nur helfen. Ich wollte ihn doch nur beschützen...", sagte ich weinerlich und verteidigend, bevor ich von der Lehrerin grob auf die Beine gezogen wurde. Sie zwang mich mir noch einmal genau anuschauen, was ich getan hatte. Es tat mir nicht einmal leid. Diese Gromäuler rissen die Fressen auf, ohne eine Ahnung worüber sie überhaupt sprachen. Meiner Meinung nach hatten sie es verdient.

Als mein Vater kam, war er nicht wütend, wie damals. Eher war er entsetzt und besorgt. So wie meiner, hatte sich auch sein Zustand in den Jahren gebessert. Umso schockierter war er, als er hörte, daß ich zwei Jungs aus Shinjis Klasse krankenhausreif geprügelt hatte. Zitternd saß ich auf einem Stuhl vor dem Sekretariat. Scheinbar stritt Papa lautstark mit dem Schulleiter. Mit ernstem Gesicht kam mein Vater heraus. "Komm, wir gehen nach Hause.", sagte er nur. Verunsichert stand ich auf und ging mit. Auch Shinji sammelten wir auf dem Weg nach draußen ein. Im Auto sprach er kein Wort mit mir. Er war einfach nur sauer, weil ich mich wieder eingemischt und sowas schlimmes gemacht hatte. Zu Hause schickte er Shinji erst einmal nach oben, während er mit mir alleine sprechen wollte. "Und? Bin ich wieder suspendiert?", fragte ich traurig. Papa schüttelte den Kopf. "Nein, Du wurdest der Schule verwiesen. Was mich wundert, schließlich ist das ja nicht das erste mal vorgekommen." Es traf mich wie ein Blitz. Der Schule verwiesen, weil ich mich einmal nicht beherrschen konnte? Ich hatte mich doch so bemüht. Das war nicht gerecht. "Geh jetzt bitte auf Dein Zimmer.", sagte er und ich leistete seiner Anweisung folge.

Ich weiß, daß er in den nächsten Tagen viel Telefoniert hat, unter anderem mit Dr. Tobe. Ich blieb zu Hause und blies trübsal. Shiroko kam mich besuchen und versuchte mich zu trösten, aber ich wusste absolut nicht, was jetzt werden würde. Doch dann kam Papa in mein Zimmer. Die ganzen Tage hat er mit vielen Leuten geredet, aber nicht mit mir. Jetzzt war es scheinbar soweit. Ich sollte mein Fett weg bekommen. "Weißt Du Mayumi... was das schlimmste an dem ist, was Du gemacht hast?" Ich wusste nicht so recht was er meinte, also schüttelte ich schweigend den Kopf. "Daß ich es Dir überhaupt nicht übel nehmen kann, nachdem was sie gesagt haben. Vielleicht hätte ich in Deiner Situation sogar genau das gleiche gemacht. Dafür schäme ich mich. Ich kann Dich nicht bestrafen... aber vielleicht kann ich Dir helfen...", begann er und ich hatte keine Ahnung was gleich auf mich zukommen würde. "Ich bin kein gutes Vorbild mehr für Dich, weil ich genauso unter dem Geschehenen leide. Außerdem... solange Du in Shinjis Nähe bist, wirst Du ihn immer beschützen wollen. Es lässt Dir keine Ruhe und dann passiert so etwas. Und ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was man dagegen tun könnte. Der Psychologe meinte, Du bräuchtest mehr Zeit, um Dich selbst wieder zu finden und auch Shinji braucht mehr Zeit. Hast Du daran eigentlich schonmal gedacht? Daß er auch Zeit für sich braucht, ohne daß seine Schwester ständig eingreift, seine Klassenkameraden bedroht oder verprügelt? Ja Du hörst richtig. Die Lehrer haben serwohl mitbekommen, daß Du heimlich Shinjis peinigern nachstellst und sie bedrohst. Hast Du Dir mal überlegt, daß Shinji auch unter anderem deswegen geärgert wird?"

Ich  wusste hatte keine Ahnung, daß das jemand mitbekommen hatte. Ja ich hatte mir die Bengel immer heimlich zur Brust genommen. Ich dachte es würde funktionieren, aber scheinbar war das überhaupt nicht der Fall. Stattdessen gab ich ihnen wohl einen weiteren Grund Shinji fertig zu machen. Jetzt fühlte ich mich noch schlechter. "Aber ich kann nicht einfach zusehen, wenn sie ihn für etwas fertig machen, wofür er überhaupt nichts kann.", antwortete ich. "Stimmt... das könnte ich wohl auch nicht. Und deswegen glauben ich und Dr. Tobe, daß etwas Abstand für Dich im Moment das beste wäre, um Dich und Deinen Weg wieder zu finden. Das gleiche gilt für Shinji.", sagte er und machte eine Pause, vielleicht um zu sehen, wie ich reagieren würde? Ich schaute auf, ohne eine Ahnung, was er da gerade andeutete. Auch Shiroko schaute überrascht. "Du wirst auf ein Internat gehen.", sagte er dann, als wäre es eine Todesbotschaft. Klar, denn er wusste genau, wie ich reagieren würde. Schlagartig stand ich wütend auf. "Was!? Du willst mich wegschicken? Klar, ich geb mir die ganze Zeit solche Mühe, aber kaum wird es brenzlich schickst Du mich weg. Aus den Augen aus dem Sinn ja? Das kannst Du nicht machen. Ich bin gerade dabei wieder ein Leben zu haben und das willst Du mir jetzt auch noch wegnehmen!!...", begann ich auf ihn einzuschimpfen. Er schloss nur die Augen und ließ es über sich ergehen. "Shinji wird auch die Schule wechseln. Ich habe eingesehen, daß eine normale Schule nicht mehr das richtige für ihn ist. Er wird in eine Schule gehen, in der man sich besser auf seine Bedürfnisse anpassen kann.", erklärte er. Jahrelang hatte er geleugnet, daß mit meinem Bruder überhaupt etwas nicht in Ordnung ist. Er wollte es nicht wahrhaben. Aber jetzt tat er so als hätte er voll die Ahnung und so. Ich war ziemlich wütend auf Papa. Ein Internat? Das war doch nicht sein ernst. Da hätte er mich auch gleich einweisen können. Ich glaubte fest daran, daß es mir mehr schaden als nutzen würde. Daß es dort wieder schlimmer werden würde. Schließlich musste ich miene neue Heimat jetzt auch aufgeben... ich würde Shiroko nicht mehr sehen, mein Standbein, meine gute Seite, meine beste Freundin...

In zwei Wochen sollte ich zum Internat aufbrechen, solange hatte ich Zeit mich mit dem Gedanken anzufreunden. Das schlimmste daran war, daß selbst ich es bei genauerem Nachdenken für eine gute Lösung hielt. Ich wollte einfach nur Shiroko nicht zurücklassen. Ich brauchte sie, da war ich mir sicher. Ohne sie... ganz allein... was sollte ich tun? Ob ich wieder Leute verprügeln würde? Aber vielleicht, wenn Shinji nicht in der Nähe war... vielleicht fand ich ja keinen Grund dazu. Vielleicht würde es mir besser gehen? Ich war so verunsichert. Zwei Wochen später, packte ich schließlich meine Reisetasche in den Kofferraum unseres Autos und setzte mich auf den Beifahrersitz. "Mayumi... ich glaube nicht, daß das eine gute Idee ist.", sagte er, als er mich ansah und feststellte, da ich die alte Schuluniform trug, jene aus meiner alten Schule in Sendai, die Uniform, die ich auch an jenem Tag trug... es war das einzige, was ich sozusagen von zu Hause hatte mitnehmen können.

Wir fuhren eine ganze Weile lang. Als wir ankamen, stiegen wir Wortlos aus. Papa holte meine Tasche aus dem Kofferraum und drückte sie mir in die Hand und begleitete mich noch zum Sekretariat, um dort alles zu regeln. Und dann... verabschiedete er sich. "Willst Du schon gehen?", fragte ich entsetzt. Ich hatte gehofft er würde noch ein bisschen bleiben. "Dr. Tobe meinte, es wäre besser, wenn ich den Abschied nicht zu lange mache.", erklärte er mir. Bisher hatte Dr. Tobe wohl in allem recht gehabt, also widersprach ich nicht. Papa drehte sich um und wollte gerade gehen, als er innehielt. "Die Uniform ist nicht das einzigste...", begann er, wühlte kurz in seiner Tasche und kam dann wieder auf mich zu. Er drückte mir ein alte, zerknittertes Foto in die Hand. Es zeigte uns alle, Papa, Shini, mich und... Mama... auf einem Familienfoto. Als ich es sah, schossen mir sofort die Tränen ins Gesicht. Er bückte sich ein wenig zu mir. "Das hab ich die ganze Zeit aufgehoben. Es ist mein einzigster Schatz. Aber ich glaube, Du brauchst ihn jetzt mehr als ich.", sagte er und ich konnte ihm ansehen, daß es ihm schwer fiel, sich davon zu trennen. "Mach bitte einen Rahmen drum, damit es nicht kaputt geht, okay?", sagte er noch, worauf ich stumm nickte. Dann drehte er sich erneut um und wandte sich zum gehen. Diesmal hielt ich ihn zurück ,indem ich auf ihn zurannte und ihn von hinten umarmte. Eigentlich wusste ich, daß das hier sicher besser für mich war. Und dennoch "Bitte, geh nicht. Lass mich bitte nicht alleine hier...", flehte ich. Doch er löste nur meine Umarmung und ging dann weiter. Es tat weh... unheimlich weh, wie er da so wegging. Ihm wohl mindestens genauso sehr wie mir.

Aus dem Fenster heraus konnte ich beobachten, wie er ins Auto stieg, aber er fuhr nicht gleich los, sondern legte seinen Kopf aufs Lenkrad und verblieb so eine ganze Weile, bis die Sekretärin aus ihrem Zimmer kam und mich herumführen wollte...

Mutter: Ayumi Sakurai / vermisst ihre Mutter, hält sie für eine Heldin / Verbleib unbekannt
Vater: Sasuke Sakurai / gemischte Gefühle ihrem Vater gegenüber, nimmt ihm noch immer übel, daß er sie damals losgelassen hat, kommt inzwischen aber einigermaßen mit ihm aus / Wohnt in Tokyo
Geschwister: Shinji Sakurai, kleiner Bruder, der von ihr beschützt werden muss, aber nicht will / Wohnt in Tokyo bei seinem Vater


♣ ORGANISATORISCHES ♣

Hauptaccount: Mayumi Sakurai
Weitergabe:  Nein
Regelcode: Kage 8
Erreichbarkeit: Skype, für ID bitte anschreiben
Avatarperson: selbst gezeichnet, ist meinz, net wegnehmen ò.Ó

© Togameru Kage




Kommi: Soo hoffe hab nix vergessen oder so. Sry für den langen Lebenslauf, das artet bei mir leider immer so aus T_T
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Art/Rasse :
Man sollte mir ansehen, dass ich ein Mensch bin.

Alter :
17. Schon viel zu alt.

Geschlecht :
Offensichtlich männlich, oder etwa nicht?

http://togameru-kage.forumieren.com/t831-subaru-suzuki
Mi 26 Aug - 19:20


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Mayumi Sakurai

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